Bevor es hier künftig um die Vorbereitungen für 2027 geht, lohnt sich noch einmal ein Blick zurück. Was ist eigentlich geblieben von den drei Wochen zwischen Burgos und Santiago?
Die Bilder sind da, klar. Die endlose Meseta, das Cruz de Ferro, die Ankunft vor der Kathedrale in Santiago. Aber wenn ich ehrlich bin, sind es vor allem die Menschen, die geblieben sind.
Fernando, Mario, Elena, Stefan, Ann und andere – Namen, die nach nur wenigen gemeinsamen Tagen vertraut klangen, als würde man sich schon ewig kennen. Man teilt sich Etappen, Mahlzeiten, müde Füße, kleine Sorgen und große Momente. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Michael, mit dem ich ein ganzes Stück des Weges gemeinsam gegangen bin. Ein Begleiter, wie man ihn sich auf so einer Strecke wünscht – verlässlich, offen für Gespräche, aber auch für Stille, wenn es der Moment gerade brauchte.
Am Ende, in Santiago, war der Abschied von all diesen Weggefährten dann auch der schwerste Moment der ganzen Reise. Kaum ein Auge blieb trocken. Menschen, die einem in kürzester Zeit so nahegekommen sind, wieder ziehen zu lassen, das hinterlässt etwas.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum mich der Camino seither nicht mehr loslässt. Es heißt ja, wer einmal dort war, den zieht es zurück. Ich habe lange nicht verstanden, was damit gemeint ist – inzwischen schon. Es ist keine akute Sehnsucht nach den schmerzenden Füßen oder dem Nieselregen auf der Meseta. Es ist eher diese leise, hartnäckige Erinnerung an das, was zwischen Menschen entstehen kann, wenn man tagelang denselben Weg teilt.
Genau da knüpfe ich jetzt an. Mit dem Wissen von damals im Gepäck, aber auch mit der Neugier darauf, wem ich diesmal begegnen werde.

